Montag, 3. September 2018

My New Life

Es ist verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre es... naja... zumindest vorgestern gewesen, als ich noch in Sinsheim war und mein FSJ beim EC absolviert habe. Damals habe ich angefangen einen Blog zu schreiben und ich war damals deutlich aktiver, als ich es momentan bin. Anschließend kamen vier Jahre Studium in Bad Liebenzell und nun? Seit diesem Sommer sind diese vier Jahre vorrüber und für mich startet nun wieder ein ganz neues, ein ganz anderes Leben. Wobei... Etwas erinnert es mich
doch ans FSJ...

Der Arbeitgeber bleibt nämlich der gleiche. Seit Mitte August bin ich nun beim SWD-EC als Jugendreferent angestellt. Meine Schwerpunkte sind zweigeteilt. 75% bin ich in meiner neuen Heimat als KV Jugendreferent unterwegs. Der KV? Das ist die Pfalz. Ich werde die verschiedenen Jugend- und Teenkreise besuchen, werde im KV Vorstand dabei sein und auch einige Projekte betreuen. Ich freue mich auf diese Arbeit, denn sie vernetzt Jugendarbeiten miteinander. Die restlichen 25% arbeite ich in der Christusgemeinde in Haßloch als Jugendreferent. Dort geht es vor allem darum die vorhandenen Kräfte zu bündeln und die Jugendarbeit wieder auf Spur zu bringen.

Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und sehe voller Vorfreude in die Zukunft. Ich denke, es wird eine gute, von Gott geprägte Zeit, in der ich sehr viel lernen darf und in der ich selbst weitersagen darf, was ich in den letzten Jahren gelernt und erlebt habe.




Ich bin für Besuche immer offen, also nur zu! Wer mich besuchen will ist herzlich eingeladen.

Mittwoch, 22. August 2018

Ab in die Wildnis

Früher konnte ich es nie leiden mit meinen Eltern im Urlaub wandern zu gehen. Elend lange Strecken, die Beine Schmerzen, man hat einen schweren Rucksack auf, die Sonne brennt einem ins Gesicht und irgendwie läuft man halt die ganze Zeit. Meine Eltern meinten zu mir immer: "Irgendwann wirst du auch wandern wollen." Und was soll ich sagen? Sie hatten Recht.

Ende Juli bis Anfang August war ich zwei Wochen auf dem Westweg unterwegs. 285km durch den Schwarzwald von Pforzheim bis nach Basel. Intern wird der Weg auch gerne der "Höhenweg" genannt und das nicht ganz zu Unrecht. Insgesamt werden über 10 Gipfel bestiegen die über 1000m hoch sind. Klar muss man dazu sagen, dass hier nicht die Höhe ansich das Entscheidende ist, sondern vielmehr das ständige Auf und Ab.

Ich hätte viel zu erzählen, begrenze mich aber auf ein paar Wesentliche Dinge.

Warum hab ich mir das Ganze angetan?

Ich bin den Westweg alleine gelaufen. Nicht unbegründet natürlich. Ich wollte eine Herausforderung. Die hatte ich auf der einen Seite durch die körperliche Anstrengung und auf der anderen Seite durch die soziale "Isolation" von bekannten Gesichtern. Ein zweiter Grund war für mich die intensive Zeit mit Jesus. Zwei Wochen wandern hieß für mich auch zwei Wochen Zeit im Gebet verbringen. Zwei Wochen zurück geworfen sein auf das Wesentliche.


Wie ist es mir so ergangen? 

Zu Beginn war ich super motiviert. Ich hatte richtig Lust und Freude daran einfach nur zu laufen. 15kg auf dem Rücken waren zwar auf Dauer auch nervig, aber man gewöhnt sich auch dran. Nach dem zweiten Tag wurde meine Freude allerdings etwas gedämpft. Mein rechter Oberschenkel fing an zu Schmerzen. Nur war ich noch 3 Tage vom nächsten Ort entfernt, was dazu führte, dass ich mich diese drei Tage zum Teil durchquälte. Letzten Endes humpelte ich weite Strecken und vor allem die Passagen, in denen es bergab ging wurden zur Hölle auf Erden. In Hausach angekommen wollte ich bereits abbrechen. Nur Günther, ein Wanderer den ich dort kennen lernte, überzeugte mich davon Magnesium Pulver zu nehmen und doch noch weiter zu laufen. Dazu kam, dass ich in dieser Nacht auf dem Zeltlager in Wolfach übernachtete, was ebenso neue Motivation gab und mich veranlasste den Weg weiter zu gehen. In der zweiten Hälfte des Weges wurde es mit meinem Bein immer besser, sodass ich am Ende nichts mehr von meinen Beschwerden spürte.

Auf sozialer Ebene war ich sehr gesegnet. Es gab kaum einen Tag, an dem ich nicht mit anderen Westweg-Wanderern mitgelaufen wäre. Ich bin nicht den ganzen Tag mit Menschen gelaufen, aber doch immer mal wieder ein paar Kilometer. Zu erwähnen wären da Hans, Martin, Günther, Johannes, Felix, Priska usw. Nur um mal diejenigen zu nennen, deren Namen ich noch in Erinnerung habe.Viele davon sind auch Christen und das hat mich irgendwie gefreut. Alle waren sie unterschiedlich und alle teilten eines miteinander: Den gemeinsamen Weg.
Auch geistlich erlebte ich einiges. Viele kleine Ermutigungen, viele kleine Gedankenanstöße und für mich das eine kleine Wunder mit Günther und meinem Bein. Es tat gut auf das Wenige beschränkt zu sein um sich auf das Wichtige zu konzentrieren.

Das Fazit

Es war eine hammer Zeit, die ich nicht missen möchte. Auch wenn es einige Schwierigkeiten gab und ich am Ende auch froh war, wieder in einem Bett zu schlafen und mich vielseitiger zu ernähren. Auch wenn ich froh war wieder genug Wasser zu haben und nicht min. 20 km am Tag zu laufen. Trotzdem war es eine Zeit, die dran war, die wichtig war, die mich gepägt hat. Ich denke ich habe so manches über mich gelernt, bin an manche Grenze gegangen und hatte eine super Zeit mit Jesus. Mit ein paar Wochen Abstand kann ich noch immer sagen: Ich würde es wieder tun und ich werde ähnliches wahrscheinlich auch mal wieder tun.


Sonntag, 4. März 2018

Neue Wege

"Zwei Wege boten sich mir dar
ich nahm den Weg, der weniger begangen war
und das veränderte mein Leben"
- Robert Frost -

Nachdem eine lange Eiseskälte unser Land in Schockstarre hielt, blitzte am heutigen Tag die Sonne mehrere Stunden hervor. Sie schaffte es die verschiedensten Menschen an die frische Luft zu locken und ließ einen Hauch von Frühling verspüren. Auch ich machte mich auf den Weg. Ich lief durch die Monbachschlucht, umkreiste einen Nebenort Liebenzells und kehrte nach drei Stunden Spazierengehen wieder in die Wohnung zurück. Vor allem der Weg durch die Monbachschlucht lies mich an obiges Zitat von Robert Frost denken, denn manche Bachüberquerungen waren nicht so einfach möglich. Zumindest wenn man auf nasse Füße verzichten wollte. Stellenweise waren die Trittsteine von einer Eisdecke verdeckt, sodass es unmöglich war auszumachen, an welchen Stellen der Bach passierbar war. Anstatt umzukehren, was manche Wanderer mit Kindern oder Tieren taten, suchte ich mir einen anderen Weg. Einen, der noch nicht begangen war. Ich klammerte mich an Wurzeln, trat auf den Rand der Eisdecke, hörte jene unter meinen Füßen nachgeben und verlagerte mein Gewicht. Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge, der gerade das Abenteuer seines Lebens begeht. 


Mich hat das Zitat und dieses kleine Erlebnis zum Nachdenken gebracht. In meinem Leben verändert sich bald einiges. Im Sommer bin ich mit meinem Studium fertig und für mich beginnt ein neuer Abschnitt. Was das genau sein wird, verrate ich ein anderes Mal. Dazu ist es noch zu früh. Sicher ist aber, dass ich Wege einschlagen will, die bisher noch wenig begangen sind. Ich will neues wagen. Warum? Weil es interessant ist. Weil ich das Leben spüren will, wenn ich Wege einschlage, die ungewohnt sind. Weil ich mir nicht sicher sein kann, ob der nächste Schritt der richtige ist. Weil ich vielleicht mein Gewicht verlagern muss, um nicht einzubrechen. Weil ich mich dabei wie ein kleiner Junge fühle, der das Abenteuer seines Lebens begeht. Nein: Weil ich mich auf einem Abenteuer befinde. 

Dabei brauche ich trotz alledem eine Wurzel, an die ich mich festhalten kann. Etwas, das Bestand hat, das nicht reist, nicht herausbricht, wenn ich meine Finger darum schließe. Ich brauche Jesus. Denn nichts bietet mehr Halt. 

Ich will dich, lieber Leser, auch herausfordern. Welche Wege liegen vor dir? Welche Abzweigungen? Vielleicht ist es auch für dich dran, heute einen Weg zu gehen, der noch nicht begangen ist. Ein Weg, der dir vielleicht unsicher scheint. Ich will dich ermutigen heute diesen Weg einzuschlagen und gleichzeitig will ich dir den Rat geben weise auszuwählen, an welchen Wurzeln oder Steinen du dich festklammerst. Nicht jede Wurzel hält.

Montag, 12. Februar 2018

Leadership #3 Willow Creek

Leitungskongress 2018

Ich war für 4 Tage in Dortmund und habe dort den Willow Creek Leitungskongress 2018 mitgenommen. Willow Creek ist eine riesige Gemeinde aus Amerika, gegründet von Bill Hybels, die sich weltweit dafür engagiert, dass Menschen leiten lernen. Bill Hybels bekanntestes Motto und seine Vision ist: Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt. Und das spürt man ihm auch ab. Alle zwei Jahre findet der Kongress in Deutschland statt. Das nächste Mal übrigens 2020 in Karslruhe, also gar nicht soweit weg.
Auf dem Kongress sprechen die verschiedensten Redner zu den verschiedensten Themen. Von Vertretern aus der Wirtschaft über Prediger bis zu evangelischen und katholischen Professoren, von Amerikanisch bis Deutsch ist alles dabei. Alles vom Kongress zusammen zu fassen wäre etwas unübersichtlich. Ich möchte deshalb vielmehr meine Highlights mit euch teilen.

Michael Herbst

Er ist praktischer Theologe und Leiter des Instituts für Gemeindeentwicklung in der Universität in Greifswald. Er hat über das lebendige, mündige Christsein gesprochen. So übersetzt er das Wort Dicipleship ins Deutsche. Dieser Vortrag war sehr ermutigend und lehrreich. Die Fragestellung war vor allem, wie es gelingen kann, dass Christen zu mündigen Christen, zu lebendigen Christen werden. Jünger zu sein ist der Normalfall eines Christen. Es ist nicht die Endstufe, sondern der Alltag. Jeder Christ ist ein Jünger Jesu. Und Jünger sein, lebendig sein, heißt nicht sich besonders toll in der Theologie auszukennen oder erfolgreich zu sein usw. Es heißt Liebe zu zeigen. Es heißt seinen Mitmenschen anzunehmen. Spannend war dann die Mündigkeit. Denn dort spricht Herbst von dem, was einen mündigen Christen ausmacht: Urteilsfähigkeit, Weltanschauung im Lichte Christi, Handlungsfähigkeit. Es sei die Aufgabe eines Leiters, eines Pastors, eines Hauskreisleiters usw. die Teilnehmer in diese Mündigkeit hineinzuführen. Sodass sie selbst urteilen können, was dem Evangelium entspricht und was nicht. Sodass sie selbst die Welt durch Jesu Augen sehen können und sodass sie Sicherheit bekommen, welches Handeln richtig oder falsch ist. Dass sie letztlich Erwachsene Christen sind.

Horst Schulze

Er war former der Ritz-Carlton Hotellerie und ist Geschäftsmann durch und durch. Dennoch hat er sehr wertvolle Tips für Leiter einer Kirche. Sein Thema war Die Bindung von Kunden an das Unternehmen. Das klingt zunächst sehr wirtschaftlich und ja, es war auch ein großes wirtschaftliches Thema. Aber trotzdem konnte ich davon lernen. Kundenbindung geschieht durch exzellente Dienstleistung. Und diese Dienstleistung geschieht durch Das Willkommen heißen, durch das Eingehen auf die Wünsche und durch das respektvolle Verabschieden des Kunden. Wenn diese Punkte besser gemacht werden, als bei der Konkurrenz, dann ist das Unternehmen im gesamten besser. Nun muss man aufpassen, dass man Kirche nicht mit Unternehmen verwechselt. Es geht nicht um den Wettbewerb. Und dennoch glaube ich zu erkenne, wo Gäste und Besucher abgeschreckt werden und nicht in die Gottesdienste kommen. An den Punkten, in denen sie nicht gut willkommen geheißen werden. Dort, wo nicht auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingegangen wird und dort, wo ihnen kein Respekt ausgesprochen wird, sodass Vertrauen verloren geht.
Horst Schulze ging auch darauf ein, wie Mitarbeiter dort hinkommen. Er spricht davon, dass eine klare Vision vorhanden sein muss und auf diese Vision müssen die Mitarbeiter vom ersten Tag eingeschworen werden. Das sei noch wichtiger, als die Arbeitsabläufe. Menschen können sich schwer an Befehlen orientieren aber vielmehr an Visionen.

Thomas Härry

Thomas Härry ist schweizer Theologe, Pastor und Dozent. Er sprach über: Sich selbst leiten lernen. Als Vorraussetzung stellt er fest, dass wir uns nur selbst leiten können, wenn wir ein Selbst haben. Das heißt, wir müssen die Frage beantworten, wer wir selbst sind. Und die Antwort ist das Ergebnis einer Erneuerung in Jesus Christus. Diesen Christus können wir uns selbst nicht geben. Das Selbst in Christus kann reif oder unreif sein. Ein unreifes Selbst sollte reif werden. Nun stellte Härry drei unreife selbst vor und wie man daran arbeiten kann. Das erste war das Selbst der Vermeidung. Die Vermeidung von Konflikt. Die Vermeidung von Konkurrenz. Die Vermeidung von schwierigen Situationen usw. Er gab als Beispiel einen Leiter, der sich für sein Team nur schwächere Leiter aussucht. Das verhindert gutes Streiten. Das ist aber wichtig. Um daran zu arbeiten gibt er vor, dass man sich Leiter suchen soll, die eigene Ideen hinterfragen. Nur wo gesund gestritten wird kann neues entstehen. "Zu frühe Harmonie ist Gift". Das zweite unreife Selbst ist die Erschöpfung. Für Erschöpfung gibt es unzählige Gründe wie die Komplexität, die digitalisierung usw. Erschöpfung ist ein Weckruf und kein Beweis für erfolgreiche Leitung. Der Leiter mit einem solchen Selbst sollte sich Momente der Gegenwart Gottes suchen. Er sollte, wenn er arbeitet, produktiv und konzentriert arbeiten und er sollte sich Zeiten der Entspannung gönnen. Das dritte unreife Selbst ist die Angst. Sie hat einen großen Einfluss auf den Leiter. Die Angst vor dem Scheitern ist vermutlich die bekannteste. Der Lösungsansatz ist auch hier das Schauen auf Jesus: Fürchte dich nicht!

Andere

Natürlich sprach auch Bill Hybels selbst über die Ortsgemeinde und die heilige Unzufriedenheit. Tobias Teichen sprach über Leidenschaftskiller. John C. Maxwell sprach über die Aufgabe des Leiters andere zu wertschätzen und zu bereichern. Henry Cloud sprach über die Gefahr des Lonely Wolfs. Erin Meyer sprach über interkulturelle Leitung usw. Wie gesagt. Es würde zu lange dauern hier alles zusammenzufassen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns beim nächstne Leitungskongress sehen würden. Wie gesagt: 2020 in Karlsruhe.

Freitag, 1. Dezember 2017

Leadership #2 Find your Style

Vom Musikstil

Welchen Musikstil hörst du? Von Klassik bis hin zu Rock und Hip Hop gibt es eine so enorm hohe Palette an Genres, dass man sehr leicht die Übersicht verlieren kann. Aber jeder hat einen Lieblingsstil. Musik, die man einfach gerne hört. Ich zum Beispiel mag die Klänge einer E-Gitarre, die Einfachheit von drei Akkorden und für mich braucht der Sänger kein ausgesprochenes Talent, solange er nicht jeden Ton verfehlt. Kurzum: Einfacher Rock. Nur passt das nicht in jeder Gelegenheit. Für eine Party ist Rock nur bedingt gut geeignet. Dort wird doch meistens mehr Popmusik eingesetzt. Bei einem Essen mit meinen Eltern werde ich auch ganz andere Musik auflegen (wobei... Bei meinen nicht unbedingt ;) ). Usw. Je nach Situation muss ich mich auch auf andere Musik einstellen.

Vom Führen

Aber was hat das mit Leiterschaft zu tun? Ganz einfach. Wie es in der Musik verschiedene Stilrichtungen gibt, so gibt es auch bei der Leiterschaft verschiedene Führungsstile. Jeder hat so seinen Lieblingsführungsstil. Der eine hat es am liebsten, wenn er alles kontrollieren kann, der nächste ist mehr der Lenker und der dritte leitet am liebsten indem er anleitet. Der fügt sich am liebsten stark in sein Team ein, der nächste berät das Team viel mehr. Es gibt hunderte Arten zu leiten und zu führen. Und in einer gewissen Sparte fühlt man sich am wohlsten.

https://karrierebibel.de/fuehrungsstile/
Wie in der Musik passt nicht jeder Führungsstil in jede Situation. Als 1. Vorsitzende eines Kreisverbandes partizipiere ich viel mit meinem Team, entwickle mit ihnen Ideen und leite, indem ich mich in das Team integriere. Diesen Führungsstil mag ich sehr arg. Igendwo dort fühle ich mich zu Hause. Als ich aber in der Zeltzeit Stollmeister war (kleines Zelt, ich Chef), musste ich ganz anders leiten. Dort kann ich nicht erst mit dem Team Ideen entwickeln und die Leute fragen, was sie gerne hätten. Ich muss vielmehr klare Anweisungen geben. Du! Mach das! Du! Hol die Leiter! Du, lad den Hänger aus! usw. Der Führungsstil wird viel direktiver. Ich muss also flexibel bleiben. Auch wenn ich diesen Führungsstil nicht präferiere muss ich trotzdem ab und an in der Lage sein mich anzupassen.

Die 9 Beispiele für Führungsstile, die ihr auf dem Bild seht, beschreiben Idealtypen. Es gibt in der Musik kaum reine Vertreter ihres Genres. Die meisten Gruppen mischen ihren Hauptstil mit anderen. Reinformen gibt es so nicht (vielleicht ganz wenige). Ähnlich verhält es sich auch mit den Führungsstilen. Reinformen gibt es kaum. Jeder führt irgendwo zwischen diesen 9 Typen. Aber es hilft sich selbst klar zu werden, wohin man sich einordnen würde. Warum? Wer sich kennt, der weiß um seine Stärken und um seine Schwächen. Wer sich kennt, der kann auf Situationen besser reagieren und versteht besser, warum man wie handelt und wer sich kennt, der weiß auch, was er ändern muss/sollte.

Vom Lernen

Wie findet man zu seinem Leitungsstil? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Ich habe den Tipp bekommen in die Vergangenheit zu schauen. In welchen Gruppen übernimmst du Leitung? Und dann überlege dir, wie du leitest. Fällt es dir schwer so zu leiten? Leitest du automatisch so? Ich will ein Beispiel geben. Als ich das Stoll Zelt aufbaute muss ich sagen, dass ich mich nicht so wohl gefühlt habe. Es war etwas sehr ungewohntes für mich direkte Anweisungen zu geben. Das liegt auch an meiner doch fehlenden Dominanz in meiner Persönlichkeit. Hingegen im Kreisverband fühle ich mich sehr wohl und ich mache es schon fast automatisch im Team zu leiten und innerer Bestandteil des Teams zu sein. Also: Schaue, was dir liegt, wie du dich selbst erlebst. Lasse dich feedbacken und reflektiere dich selbst.
Wichtig ist: Jeder Leitungsstil hat Stärken und Schwächen. Je nach Situation ist ein Führungsstil stark oder auch schwach. Der Kontrollierende Stil ist nicht schlecht. Er passt nur in bestimmte Gebiete hinein. Geauso der Partizipierende Stil. Dieser würde nie beim Stoll Zelt funktionieren. Ist aber im KV Vorstand gold wert.
Zweiter Tipp: Welche Leiter beeindrucken dich? Versuche diese Personen in die Grafik einzuordnen. Das hilft dir zu sortieren und dich mit dem Thema mehr auseinander zu setzen.

Ich selbst bin auch noch in einem Prozess herauszufinden, was zu mir passt und wo ich noch Verbesserungsbedarf habe. Das ist dann immerhin schon einmal ein Fortschritt.